Sonntagsausflug bei Regen? Acht spannende Museen für Kinder in Frankfurt

Sonntagsausflug bei Regen? Acht spannende Museen für Kinder in Frankfurt

Angeblich gibt es ja kein schlechtes Wetter, aber es definitiv gibt es schlechtgelaunte Kinder, die Ausflüge in die Natur bei Regen und Kälte „total doof“ finden. Glücklicherweise gibt’s in Frankfurt richtig tolle Museen, aus denen Kinder gar nicht mehr rauswollen. Hier kommen acht Vorschläge.

Hier geht die Post ab: Museum für Kommunikation 

Kommunikationsmuseum_FFM-Foto-Krautter„Von der Keilschrift bis zur Datenbrille“ heißt die Dauerausstellung, und so warten hier 5000 Jahre Geschichte menschlicher Kommunikation auf Euch. Bahnbrechende Erfindungen wie Schrift, Telefon, Radio, Fernsehen und Internet werden für Groß und Klein äußerst spannend in Szene gesetzt. Überall heißt es anfassen, mitmachen, ausprobieren –  herrlich zu Beispiel zu sehen, wie unsere „digital native – Kids“ versuchen, ein Telefon mit Wählscheibe zu bedienen 🙂  Tipp: Besucht die Kinderwerkstatt mit einem Postschalter, Druckerwerkstatt, Elektroschrottbasteln in der Erfinderecke und dergleichen mehr. Weitere Infos: Homepage des Kommunikationsmuseums

 

Gar nicht angestaubt: Historisches Museum und Junges Museum 

Ein Geschichtsmuseum – klingt staubig? Dann überzeugt Euch bitte im neuen Historischen Museum in Frankfurt vom Gegenteil. Das geht schon mit der riesigen Schneekugel los, in die ein Roboter typische Frankfurt-Ansichten hebt wie z.B. Geldstadt, Dauerbaustelle oder Verkehrsknotenpunkt. In der Ausstellung lernen wir anhand ungewöhnlicher Exponate, dass diese gängigen Frankfurt-Klischees eigentlich schon hunderte von Jahre alt sind. Im dritten Stock fasziniert uns das riesige, künstlerische Frankfurt-Modell aus Alltagsgegenständen, das garantiert Inspirationen für’s heimische Basteln liefert. Im „Sammlermuseum“ entdecken wir  z.B. die „Reisemitbringsel“ des Frankfurter Forschungsreisenden Eduard Rüppell, der im 19. Jahrhundert in Asien und im Orient unterwegs war oder Waldschmidts „Bibliothek der Merkwürdigkeiten“ („Hier sieht’s aus wie bei Harry Potter!“). Folgt einfach der „Familienspur“, die Euch an zahlreiche interaktive Stationen führt, die für Kinder besonders interessant sind. Das Junge Museum richtet sich ausschließlich an Familien mit Kindern und Jugendlichen – hier stehen Kreativwerkstätten und historische Spielräume wie z.B. der Kolonialwarenladen oder die historische Drogerie bereit. Tipp: Immer am Wochenende hat einer der historischen Spielräume oder eine Werkstatt geöffnet, immer Mittwochs ist der Kaufmannsladen offen. Es gibt auch ein tolles Ferienprogramm.  Weitere Info: Homepage Historisches Museum und Homepage Junges Museum 

Knete, Zaster und Moneten: Geldmuseum der Deutschen Bundesbank

Foto: Geldmuseum Deutsche Bundesbank

Wenn sich die Deutsche Bundesbank ein Museum baut, wird nicht gekleckert und das liebe Geld hervorragend und sehr multimedial (inkl. 360-Grad-Kino) in Szene gesetzt. Geld in allen Varianten und aus allen Zeitaltern gibt es zu bestaunen. Aber auch abstrakte Themen wie „Inflation“ oder „Geldpolitik“  werden anschaulich erklärt, und man lernt, wie man falschen Fuffzigern auf die Schliche kommen kann. Wenn ihr den Kindern noch verratet, dass ein Teil des deutschen Goldschatzes  unter dem Museum liegt, wollen sie bestimmt sofort losziehen. Immerhin: Einen Barren kann man in echt anfassen.  Tipp: Am Eingang gibt es Museumsrallyes für Kinder zu verschiedenen Themen.(Achtung, Museum hat Samstags zu!) Weitere Infos: Homepage des Geldmuseums

Großes Kino: Das Deutsches Filmmuseum

Das Filmmuseum zeigt zum einen ausführlich die Anfänge bewegter Bilder wie sie bspw. durch Camera Obscura und Laterna Magic erzeugt wurden. Zum anderen bringt es uns die Kunst des filmischen Erzählers nahe und welche Rolle Bild, Ton, Montage und Schauspiel darin einnehmen. Dazwischen Exponate wie ein Star-Wars-Helm oder eine Oscar-Statue. Faszinierend für die Kinder: Ein Greenscreen kopiert sie life in verschiedene Filmszenen.  Beeindruckend auch die Filmcollage zu filmischen Gestaltungsmitteln, die auf vier große Leinwände projiziert wird. Tipp: Immer samstags und sonntags  öffnet von 14-18 Uhr im vierten Stock das „offene Filmstudio“. Wer schon mal auf Pippi Langstrumpfs Pferd oder Harry Potters Nimbus 2000 reiten wollte, kann das dank Blue Screen Technologie tun. Zahlreiche Szenen stehen zur Auswahl – Erinnerungsfoto für das Familienalbum gibt’s auchWeitere Infos: Homepage des Filmmuseums

Heimat des berühmtesten Deutschen: Frankfurter Goethe-Haus

Der berühmteste Sohn der Stadt mag Kinder vielleicht nicht sofort aus den Latschen hauen, aber die kleine Zeitreise in eine Kindheit vor 200 Jahren fanden unsere Mädchen überraschend interessant. Das Studierzimmer, in dem Klein-Wolfgang und seine Schwester vom Vater unterrichtet wurde, das bunte „Peking“-Zimmer oder die faszinierende astronomische Uhr regten an, über ein Frankfurt aus lang vergangener Zeit zu sprechen. Das lag vor allem auch an der tollen Führung, die wir mitgemacht haben, daher folgender Tipp: Jeden zweiten und vierten Samstag im Monat startet um 14 Uhr eine Familienführung mit vielen Anekdoten über den Familienalltag der Goethes. Am Endes werden die Gänsekeile ausgepackt und man schreibt wie zu Goethes Zeit. Weitere Infos: Homepage des Goethe-Hauses

 „Sieh einmal da steht er“: Struwwelpeter-Museum

Deutschlands ältestes und erfolgreichstes Kinderbuch kommt neuerdings mitten in Frankfurts neuer Altstadt zu Ehren. In der Kinderebene mit Spielen und Geschichten-Inseln können kleine Besucher tief in den „Struwwelkosmos“ eintauchen. Highlight aber ist das Theaterzimmer mit massenhaft Kostümen, um Struwwelpeter nachzuspielen oder neue Geschichten zu erfinden. Lernen lässt sich auch einiges, z.B. dass Autor und Arzt Hoffmann mit den aus heutiger Sicht recht brutalen Bildern vor ganz realen Gefahren warnte: Daumennuckeln übertrug damals schlimme Krankheiten, an Brände starben viele  Kinder. Er war Begründer der modernen Psychiatrie in Deutschland und überhaupt ein sehr engagierter Vertreter des Frankfurter Bürgertums.  Weitere Infos: Homepage des Struwwelpeter-Museums

Dinos und Diversität: Senckenberg Naturmuseum

Aus Sicht meiner Kinder ist das Senckenberg Naturmuseum DAS Museum schlechthin.  Kein Wunder, in Europas größtem naturwissenschaftlichen Museum gibt es beeindruckende Dino-Skelette und unzählige ausgestopfte Tiere. Die Evolution des Menschen wird ebenso thematisiert wie der Urknall, das Sonnensystem, Erdbeben und Vulkanausbrüche.  Das Museum bietet eine tolle Heranführung für Kinder an die Themen Biodiversität – sehr beeindruckend dazu die Präsentation im neuen Ausstellungsraum „Faszination Vielfalt“). Tipp: Es gibt tolles pädagogisches Programm für Kinder – spektakuläres Erlebnis ist natürlich eine Taschenlampenführung! Weitere Infos: Homepage des Senckenberg Naturmuseum

Wie auf Schienen: Verkehrsmuseum

Hier geht’s um die Geschichte des Frankfurter Nahverkehrs. Zahlreiche alte Straßenbahnen (früher noch von Pferden gezogen) und Omnibusse stehen im alten Depot in Schwanheim. Dazu kommen historische Schaffnerkostüme, und Kinder freuen sich über die „Kinderfahrschule“ in einem Original-Fahrerstand aus den 50er Jahren oder die Modelleisenbahn. Tipp: Ein tolles Event sind Fahrten mit dem Osterhasen- oder Nikolausexpress . Aus verschiedenen Stadtteilen aus fahren zu diesen Feiertagen alte Straßenbahnen zum Museum mit Nikolaus (und Geschenken!). Weitere Infos: Homepage Verkehrsmuseum

Tolles Angebot: Der SATOURDAY für Familien

Immer am letzten Samstag im Monat kommen Familien in den Genuß des „Satourdays“ mit Führungen, Workshops und andere spezielle Angeboten. In vielen Museen entfällt dann auch der Eintritt. Weitere Infos zum Satourday-Programm hier

Natürlich gibt’s in Frankfurt noch viele andere Museen, schaut mal hier auf den Seiten des Museumsufers für einen tollen Überblick. Ach ja, falls Ihr Euch wundert, warum in der Liste keines der wunderbaren Frankfurter Kunstmuseen wie Städel, Schirn oder MMK vorkommt: Unsere Begeisterung für Malerei konnten die Kinder so gar nicht teilen. Kommt hoffentlich noch….